Informations-Website der Bauherren und Grundstückskäufer im Solardorf Müllerstraße Norderstedt

Das Konzept

Das Konzept des “Solardorf Müllerstraße” im Ossenmoorring in Norderstedt wurde von der Firma EST Volker Straker GmbH für die Firma Schilling Projekt Gesellschaft mbH (Erschließer) erstellt und soll von dieser auch umgesetzt werden.

Das Konzept sieht vor, dass der Erschließer  die Grundstücke im Ossenmoorring erschließt und diese anschließend verkauft. Zu der Erschließung gehört auch das Erstellen einer Baustraße inkl. der inliegenden Netze. Besonderheit hier ist, dass die Kabel und Rohre für Strom und Fernwärme nach der endgültigen Erschließung der Straße und der Stiftung an die Stadt Norderstedt im Besitz des Erschließers bleiben.

Alle Grundstücke werden ohne die Bindung an einen Architekten oder einen Bauträger verkauft. Eine Courtage ist nicht fällig, da direkt vom Erschließer gekauft wird. Je nach Stadium des Verkaufsfortschritts sind unterschiedliche Grundstücksgrößen verfügbar. Bebaut werden kann das Grundstück zweistöckig mit Einzel- oder Doppelhäusern und es existiert eine Grundflächenzahl von 0,3 bis 0,35.

Aus dem Bebauungsplan ergibt sich für alle Bauherren die Verpflichtung zur Installation von mindestens 25qm Photovoltaik pro Wohneinheit. Diese kann sowohl auf dem Hausdach oder aber auf Carports oder Gartenhäusern installiert werden. Per beschränkt persönlicher Dienstbarkeit ist die ausschließliche Belieferung von Strom und Fernwärme durch die Stadtwerke Norderstedt gesichert. Damit soll die Investition in das neu zu errichtende Bockheizkraftwerk auf dem Gelände der Grundschule Glashütte abgesichert werden.

Das sogenannte “goodnest-Energiekonzept” enthält das als “Solarpaket” bezeichnete Paket von Modulen, welches von den Käufern bei ihren Bauvorhaben eingebaut werden muss. Dazu zählt der zuvor beschriebene Anschluss an das Blockheizkraftwerk der Stadtwerke Norderstedt, die Installation von Photovoltaik-Modulen, der Einbau einer Hausbatterie mit 8KW Leistung, die Anschaffung des Elektroautos Nissan Leaf, der Einbau eines Smart Home, der Anschluss an ein Smart Grid und das Aufstellen einer rückladefähigen Ladebox. All dies ist in den Kaufverträgen zwischen dem Erschließer und den Käufern geregelt.

Über das dem Erschließer gehörende und betriebene Netz für Strom sollen folglich die Käufer ihren Strom tauschen. Gerade produzierter und nicht benötigter Strom soll in der Hausbatterie, dann in der Batterie des Eleketroautos und danach den Nachbarn zur Verfügung gestellt werden. Das Ganze soll über ein Smart-Grid, ein intelligentes Netz, gesteuert werden. In den Abendstunden soll der Strom aus dem Auto wieder im Haus genutzt werden können. Wenn zu einem Zeitpunkt im gesamten Netz zu wenig Strom ist, soll der Strom über das Blockheizkraftwerk bezogen werden. Eine Einspeisung von selbsterzeugtem Photovoltaikstrom in das öffentliche Netz zur Erzielung einer Einspeisevergütung ist nicht vorgesehen.

Das gesamte Konzept hat die Käufer und jetzigen Bauherren im Ossenmoorring sehr überzeugt. Gerade der Gedanke der Nachhaltigkeit und der zukunftsweisenden Verknüpfung von bisher augenscheinlich vorhandenen Techniken erschien vielen als ein so großes Argument, dass die zusätzlichen Kosten, gerade für die Technik, in Kauf genommen wurde. Im Verlauf des Baufortschritts im Solardorf wurde aber ersichtlich, dass einige Komponenten des Solarpakets auf dem deutschen Markt nicht zugelassen sind bzw. es marktreife Produkte, die über die Planungsphase hinaus sind, oft nicht gibt. Auf der anderen Seite sind Produkte wie das Smart Grid zwar vorhanden und markterprobt, sollen aber aufgrund des Kaufpreises nicht mehr angeschafft werden. Der Erschließer hat sich mit seiner Version der Umsetzung des ursprünglichen Konzepts selbst ins Knie geschossen und erreicht, dass es in sich nicht mehr funktioniert.

Lesen Sie dazu folgende weitergehende Artikel:

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Energienetze – keine klare Linie von Stadt und Erschließer

vertragliche Konstellation – visuelle Verdeutlichung der vertraglichen Konstruktion

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