Informations-Website der Bauherren und Grundstückskäufer im Solardorf Müllerstraße Norderstedt

Energiekonzept

Das Energiekonzept des “Solardorfes Müllerstraße” im Ossenmoorring in Norderstedt sieht vor, dass es sich, auf das ganze Jahr bezogen, zu über 95 Prozent stromautark versorgt. Das sind erst einmal schöne Zahlen, welche da von dem “Hauskraftwerk”-Produzenten E3/DC in Pressemitteilungen verkündet werden.

Doch wie sollen die angegebenen 95% erreicht werden? Ein wichtiger Baustein sind die auf den Häusern zu installierenden Photovoltaikanlagen, welche eine Kapazität von mindestens 3,6 kWp haben sollen. Der dort produzierte Strom soll sofort im Haus verbraucht oder in dem “Hauskraftwerk” mit 8 kW Kapazität gespeichert werden. Zusätzlich soll sich jeder Bauherr ein Elektroauto mit einem Akku mit 24 kW Nennkapazität anschaffen. Aus diesen beiden, über den Tag geladenen Akkus soll in den Abend- und Nachtstunden der eigene Strom-Energiebedarf gedeckt werden. Zusätzlich soll es möglich sein, Strom zu verbrauchen, welcher von einem Nachbarn nicht benötigt wird. Dieser soll über ein Smart Grid, ein intelligentes Netz, zu einem vereinbarten Verrechnungssatz untereinander getauscht werden können.

Ab Herbst 2014 soll das Neubaugebiet über ein, auf dem Grundstück der angrenzenden Grundschule Glashütte zu errichtenden, Blockheizkraftwerk mit Nahwärme versorgt werden. Zusätzlich ist der Bezug von Strom über das BHKW möglich, in erster Linie soll aber die Grundschule und das nördlich liegende Neubaugebiet der Firma NCC darüber mit Strom versorgt werden.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass das Energiekonzept aus folgenden Kernbausteinen besteht:
1. Photovoltaik
2. Hausakku (“Hauskraftwerk” der Firma E3/DC)
3. Elektroauto (Nissan Leaf)
4. Smart Grid
5. Blockheizkraftwerk

Die Verknüpfung der fünf Kernbausteine soll, auf das ganze Jahr bezogen, zu einer Stromautarkie von über 95 Prozent führen. Diese Informationen haben viele der Bauherren dazu bewegt, die Mehrkosten für das sogenannte “Solarpaket” zu investieren. In den Kaufverträgen wurde dieses Solarpaket rechtlich verpflichtend aufgeführt. Eine Besonderheit bot der Kaufvertrag aber: der Erschließer ließ sich das Recht einräumen, noch nicht hinreichend definierte Bausteine oder aus anderen Gründen zur Auswechslung bestimmte Bausteine jederzeit gegen “gleichwertige” Komponenten austauschen zu können. Von dieser Klausel machte der Erschließer bisher häufig Gebrauch und so sind die hier aufgeführten Bausteine 1, 2 und 4 in dem Maße ausgewechselt worden, dass das Gesamtkonzept nicht mehr funktioniert. Damit ist auch zweifelhaft, dass das Energiekonzept mit dem Ziel einer Stromautarkie von über 95 Prozent erreicht wird.

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